Dunkle Bücherei oder helle Gestaltungs-Macht?

gepostet am 8. Februar 2020

Dies sind die Entwürfe für eine Erftstädter Satdtbibliothek mit Lage an der Carl-Schurz Strasse mit einbezogenem Esserhof und Café. Zur Zeit zu sehen im Fenster des Köttinger Dorfladens.

Und, denken Sie sicher, schon wieder eine Meinung zum brisanten Thema „Stadtbücherei“.

Ja, weil es Zeit wird Stellung zu beziehen und weil ich ganz unmittelbar von den Entscheidungen betroffen wäre. Denn ich bin (wie viele andere auch) mindestens seit 30 Jahren Nutzerin beider Erftstädter Büchereien und somit wöchentlich mindestens 1-2 mal dort. Leihe für den privaten Bedarf Bücher, CDs und Hör-CDs aus, bestelle über die Fernleihe Bücher für meinen Beruf und habe schon zahlreiche Ausstellungen in dem Liblarer Bücherei-Schaufenster mit VHS Mal-Ergebnissen aus 3 Kreativkursen gestaltet, auch zweimal Ausstellungen in der Artothek (sprich in der Lechenicher Bücherei) gehängt.

Daher kann ich mit Fug und Recht behaupten, die Räumlichkeiten zu kennen!

Mein Fazit fällt kürzer aus: Beide Büchereien sind für die Zukunft zu klein, zu abweisend und trotz viel Engagement seitens der Bibliothekarinnen für die Zukunft nicht ausgerichtet!

Zukunft ist das Stichwort, es darf keine halbherzigen und konturlosen Zwischen-Lösungs-Lagerungen mehr geben!

Eine Zentralbibliothek in Liblar, wie sie vorgeschlagen wurde, berücksichtigt genügend gute Aspekte:

Wir überaltern in Erftstadt, regen uns über die Digitalisierung und die damit einhergehenden Geschäftsaufgaben auf. Dadurch fallen noch mehr Kommunikations-Möglichkeiten weg und nach Liblar kommen in den nächsten Jahren 2000 Studenten*innen der TH Köln, die VHS läge um die Ecke ( man denke auch an die vielen Integrationkursteilnehmer*innen Deutsch), genau wie das Schulzentrum und die Carl-Schurz Straße würde auch endlich aus ihrem Dornröschenschlaf erwachen!

Wenn dazu neue Wege nötig sind, warum versucht man nicht sie einzuschlagen? Die Konfessionellen Büchereien zum Beispiel könnte man versuchen mit ins Boot zu nehmen.

Dann: Soviele Kreative und professionelle Künstler*innen haben einen guten Buchbestand, den sie sicher im hohen Alter auch spenden würden. Eine Kunstbuchecke in der Bücherei mit Ausstellungsmöglichkeiten und Treffpunkt für Künstler*innen, die auch Aktionen zum Thema Buch & Lesen starten könnten, von deren künstlerischem Output ja alle Erftstädter profitieren würden, wäre auch so eine Möglichkeit, die wenigstens in Betracht gezogen werden sollte!

Diese Bücherei wäre nicht mehr nur unattraktives Buchlager, sondern Treffpunkt für alle Erftstädter! Es bestünden Möglichkeiten des interdisziplinären Austausches (mit der VHS, Vereinen etc.), Lesungen und Ausstellungen und viele andere kulturelle Veranstaltungen könnten dort stattfinden! Es wäre ein Zeichen in Richtung Förderung allgemeiner Bildung und Informationsversorgung, wie es auch im Grundgesetz verankert ist. Eben als kulturelle Einrichtung für die Freizeitgestaltung aller Bürger und somit würde die gesamte Lebensqualität in Erftstadt steigen!

Nach Jahren des geduldigen, allzu geduldigen Wartens und der Hoffnung auf Besserung fragt man sich als Bücherei-Benutzer, warum sich Teile der Politik so schwer damit tut. Es sollte eine Herzens-Aufgabe sein, sich diesem wichtigen Projekt zu verschreiben! Verwenden Sie Ihre Gestaltungs-Macht zum Vorteil aller Erftstädter!

Wachsen Sie an der Aufgabe und zerfleischen sich nicht in parteipolitischem Gezänk!

Ich jedenfalls, hoffentlich viele Erftstädter mit mir, lasse mir den Traum von einer schönen, hellen und anziehenden Bibliothek nicht nehmen, die eine Kiste für die Rückgaben hat, die man auch außerhalb der Öffnungszeiten nutzen kann, apropos: bei der die Öffnungszeiten auch den Bedürfnissen Berufstätiger angepasst sind (z.B. wie in der Kerpener Bücherei, die sogar samstags und sonntags einige Stunden ihren Dienst tut), in der auch neue Medien vertreten sind, in der man sich an Tischen zum Studieren zurückziehen kann, in der unterschiedlichte Veranstaltungen angeboten werden, in der Kunst und Kultur Zuhause sind, in der man andere Menschen trifft auf ein Gespräch im Café z.B. über Literatur. Eben eine Bibliothek auf die man stolz ist, auf deren Besuch man sich freut, wo alle Erftstädter sich wohl fühen können.

Denn wie sagte Eduardo Galeano:

In der Erklärung der Menschenrechte, diesem Dokument der Vereinten Nationen von 1948, ist das Recht auf Träume nicht enthalten. Ich aber glaube, dass es das wichtigste Recht ist, weil alle anderen Rechte von ihm trinken. Ohne das Recht auf Träume würden sie verdursten.“

Ausstellung des VHS-Erftstadt Acrylkurses zum Thema “Bücher & Lesen” in der Liblarer Bücherei im Jahr 2018