Brief

gepostet am 7. Januar 2019

Anlässlich einer Pinselschenkung , 2018.

Atelier in Erftstadt

Liebe Charlotte,

wir, die Pinsel möchten uns bei Dir bedanken, das Du uns zu unserer Bestimmung, als Künstlerwerkzeuge zu arbeiten, zugeführt hast. Wir werden gerne unsere Haare opfern, wenn durch unsere Mitarbeit gute Bilder entstehen. Ja unsere Vorgänger zeigen uns, das kommende Schicksal auf, aber dafür werden wir mit borkiger Patina, durch zahlreiche Farbschichten entstanden, belegt und noch dazu sogar zu künstlerischen Objekten erhoben, zieren fotografiert Einladungskarten, machen der Künstlerin , wenn wir dick in Glase stehen und uns bei Besuch in die runzligen Bäuche werfen alle Ehre !

Die knuffige Künstlerin, bei der wir gelandet sind, ist ja eine manische Pinslerin, daher freut sie sich immer über neue Schicksalsgefährten beim Arbeiten. Wir sind stolz darauf, das sie uns gegenüber den Stiften den Vorzug gibt, auch scheint es uns, wenn wir trunken von Farbe sind, dienen. wir als Seismograph ihrer Seele.

Beim Malen geht es zwar schon manchmal hart zur Sache, aber man muss ihr zugute halten, dass sie uns umso mehr liebt, je älter und fransiger wir werden. Sie hält es da mit einem berühmten spanischen Künstler, der auch ein Hohelied auf gebrauchte und somit eigenwillige, handverlängernde und erfahrungsreiche Pinsel singt und die ganz Jungen erst mal einarbeiten muss.

Übrigens: Das sie den Pinseln immer ähnlicher sehe, was wir aufs entschiedenste bestätigen, so hat es wohl mal eine Bekannte gemutmaßt, ist nur dann der Fall, wenn sie keine Groschen mit ihrer Kunst erlangt und der Friseur nur eine fatamorganden Erscheinung am Horizont ist!

Wir senden Dir also herzliche Grüße von der kleinen Stadt in die große Metropole…..

Wir, die Pinsel und die Künstlerin